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Aluminium oder Holz? Welches Material für die Terrassenüberdachung wirklich besser ist

Holz: warm, bezahlbar, aber pflegeintensiv. Aluminium: pflegefrei, langlebiger, höherer Anschaffungspreis. Die 10-Jahres-Rechnung, die zeigt, wo der ehrliche Bruchpunkt liegt.

Aluminium-Terrassenüberdachung neben einer Holz-Pergola im Garten — Direktvergleich der Materialien

Holz ist 30 % günstiger in der Anschaffung. Aluminium ist 30 % günstiger über 15 Jahre. Hier ist die Rechnung.

Sie haben sich für eine Terrassenüberdachung entschieden. Jetzt steht die Materialfrage an: Holz (BSH-Leimbinder oder Douglasie) oder Aluminium (pulverbeschichtet)?

Beide Materialien funktionieren. Beide werden seit Jahrzehnten verbaut. Beide haben überzeugte Anhänger. Aber sie verhalten sich grundverschieden — über die Zeit, im Aufwand, in der Optik.

Die kurze Antwort: Bei kurzfristigem Budget und der Bereitschaft zu Pflege gewinnt Holz. Bei langfristiger Kalkulation und Wunsch nach Pflegefreiheit gewinnt Aluminium.

Hier die ehrliche Gegenüberstellung mit Zahlen.


Die Entscheidungsmatrix — auf einen Blick

KriteriumAluminium pulverbeschichtetHolz (BSH-Leimbinder Douglasie)Sieger
Anschaffungspreis 5 × 3,5 m7.800–9.500 €5.400–7.200 €Holz
Lebensdauer ohne Wartung25+ Jahre12–18 JahreAluminium
Lebensdauer mit Wartung25+ Jahre25+ Jahreunentschieden
Wartungsaufwand pro Jahr0 Stunden4–8 Stunden + MaterialAluminium
Wartungskosten 10 Jahre0–100 €800–1.400 € (Lasur, Reparaturen)Aluminium
Gewicht4–6 kg/m Profil18–25 kg/m BalkenAluminium
Statik / Pfostendurchmesser8 × 8 cm12 × 12 cm minimumAluminium
Optik Charaktertechnisch, modernwarm, organischGeschmacksache
Verfärbung über Zeitnein (pulverbeschichtet UV-stabil)ja, vergraut ohne LasurAluminium
Recycling am Lebensende95 % wiederverwertbarnur verbrennenAluminium
Brandverhaltennicht brennbarbrennbar (B2)Aluminium

Aluminium gewinnt 8 Kategorien. Holz gewinnt 1 (Anschaffungspreis) und 2 Unentschieden (Lebensdauer mit Wartung, Optik).


Die 10-Jahres-Rechnung — was es wirklich kostet

PositionAluminiumHolz
Material + Montage Jahr 08.700 €6.200 €
Erste Lasur Jahr 0 (inklusive bei Anbieter)0 €0 €
Lasur-Nachsetzen alle 3 Jahre (3 × in 10 Jahren)0 €900 € (Material + DIY Zeit) oder 1.650 € (Profi-Service)
Punktuelle Holzreparatur (eine Stelle Faulheit am Pfosten)0 €380 € (typisch in Jahr 6–8)
Reinigung 10 Jahre320 €320 €
Summe DIY-Pflege9.020 €7.800 €
Summe mit Profi-Pflege9.020 €8.550 €

Bei DIY-Pflege bleibt Holz über 10 Jahre etwas günstiger (1.220 €). Bei Profi-Pflege schließt sich der Vorteil auf 470 € — fast egal.

Über 15 Jahre verschiebt sich das Bild komplett. In Jahr 12–14 wird typisches Bauholz erstmals strukturell auffällig (Risse > 3 mm, Pfostenfuß-Faulheit). Eine größere Sanierung kostet 1.500–3.500 €. Aluminium hat in der Zeit nichts an Stabilität verloren.


Holz — die Wahrheit über Pflegeaufwand

Niemand sagt es Ihnen vorne gerne, aber ein Holz-Terrassendach ist eine wiederkehrende Hausaufgabe.

Alle 3 Jahre fällig:

  • Dach abkehren / staubsaugen (alte Lasur-Reste, Pollen, Vogeldreck)
  • Schleifen (40er Korn) an stark beanspruchten Stellen
  • Lasur auftragen (2 Lagen, lasuriert oder pigmentiert)
  • Trockenzeit 24 Stunden zwischen den Lagen
  • Material- und Zeitaufwand: ca. 200 € + 8 Stunden Arbeit, oder 550 € beim Profi

Bei Vernachlässigung über 6+ Jahre:

  • UV-Vergrauung wird unumkehrbar
  • Pfostenfuß / Bodenkontakt-Stellen fangen an zu schimmeln
  • Risse > 2 mm lassen Wasser eindringen → Strukturschäden

Wer Holz wählt und dann nicht pflegt, hat in Jahr 12 ein Problem, das in Jahr 16 zur Sanierungsfalle wird.


Aluminium — die Wahrheit über die „Pflegefreiheit"

Aluminium ist nicht pflegefrei. Es ist nur sehr pflegearm:

  • 1× im Jahr durchwischen mit feuchtem Tuch (Pollen, Staub)
  • 1× alle 5 Jahre Profile mit mildem Spülmittel reinigen
  • Bei Bedarf Glasreiniger für die Glas-Eindeckung
  • Keine Lasur, kein Schleifen, kein Nachstreichen über 25 Jahre

Aufwand pro Jahr: ca. 30 Minuten. Materialkosten 10 Jahre: 20–40 € Reinigungsmittel.

Was Aluminium nicht kann: Beulen ausbeulen (lokaler Schaden bleibt). Was es kann: pulverbeschichtete Stellen lokal nachpinseln, wenn nach 15 Jahren minimaler Glanzverlust kommt (Aufwand: 80 € Lackstift, 2 Stunden Arbeit).


Wann Holz die richtige Wahl ist

Drei Konstellationen, in denen Holz objektiv besser passt:

  • Sie haben einen Holz-Hausstil (Skandi, Landhaus, Mediterran). Aluminium würde optisch fremd wirken. Holz integriert sich.
  • Sie haben Freude am handwerklichen Pflegen. Manche Bauherren erleben das Lasieren als Frühlings-Ritual, nicht als Pflicht. Für sie ist Aufwand kein Argument.
  • Sie wollen das Dach unter 6.000 € halten und sind bereit, in 12 Jahren ggf. zu sanieren. Mathematisch funktioniert das.

Wann Aluminium die ehrliche Wahl ist

Drei Konstellationen, in denen Aluminium klar gewinnt:

  • Sie wollen einmal bauen und 25 Jahre vergessen. Aluminium ist die definitive Antwort.
  • Sie haben eine moderne Architektur (Bauhaus, Anthrazit-Akzente, klare Linien). Holz fällt da raus.
  • Sie sind über 55 und werden in 10 Jahren nicht mehr Lasur streichen wollen. Aluminium-Pflicht.

Was die meisten Anbieter Ihnen nicht sagen

Drei Aussagen, die im Verkaufsgespräch unterschlagen werden:

  • „Holz hält ewig, wenn gut gepflegt." Stimmt — aber „gut gepflegt" heißt alle 3 Jahre 200 € + 8 Stunden Arbeit. Wer das realistisch nicht macht, hat in 12 Jahren ein Sanierungsproblem.
  • „Aluminium kann beulen / verkratzen." Stimmt — Schäden sind möglich. Aber Lasur-Pflicht ist häufiger und teurer als Beulen.
  • „Aluminium fühlt sich kalt an." Stimmt im Sommer-Schatten gar nicht. Pulverbeschichtetes Aluminium hat eine warme Mattoptik, nicht spiegelnd-kalt wie Stahl.

Was ist mit den CO₂- und Ökologie-Argumenten?

Hier wird es differenziert:

Holz pro: nachwachsender Rohstoff, lokal beschaffbar, CO₂-bindend während Wachstum Holz contra: chemische Lasur-Belastung über Lebensdauer, Holzschutzmittel oft nicht biologisch abbaubar

Aluminium pro: zu 95 % recycelbar am Lebensende, keine Chemie über Lebensdauer, deutsche / europäische Profile mit hohem Recyclinganteil Aluminium contra: energieintensive Erstherstellung (Primäraluminium); Sekundäraluminium (Recycling) nutzt nur 5 % der Energie

Wenn Ihr Anbieter Aluminium mit hohem Recyclinganteil bezieht (typisch: 60–75 % Sekundäraluminium), ist die Ökobilanz über 25 Jahre überraschend gut — vergleichbar mit zertifiziertem Holz.


So machen wir es bei ProMont Alu

Wir bauen Aluminium. Holz bieten wir nicht an. Das ist nicht aus Markenfanatismus — es ist, weil wir Pflegerei über die Jahre nicht „verkaufen" können, ohne Sie an uns zu binden. Wir wollen Sie nicht für 25 Jahre an Lasur-Service-Termine binden, sondern Ihnen ein Produkt verkaufen, das diese Termine gar nicht braucht.

Wenn Sie nach dem Aufmaßtermin merken, dass Holz für Ihren Hausstil passt: wir nennen Ihnen ehrliche regionale Holzbauer. Beste Empfehlungen für NRW liefern wir auf Anfrage.


Typisches Muster aus der Praxis

Ein häufiges Muster: Bauherren bauen vor 10–15 Jahren eine Douglasie- oder Lärchen-Holzüberdachung als Eigenbau. Nach einigen Jahren ohne konsequente Lasur-Pflege zeigt der Pfostenfuß an der bewetterten Seite Schimmel oder Fäule, in den Sparren entstehen Risse, eine Komplettsanierung kostet fast so viel wie ein Neubau. Die Entscheidung fällt dann meist auf Aluminium: 5 × 3 m mit VSG-Glas und RAL 7024 Anthrazit — Materialkosten ab 3.793 € brutto nach Preisliste, plus Montage. Wartungsfrei für die nächsten 10+ Jahre.


Bereit, die Materialfrage am Objekt zu klären?

Wir kommen mit zwei Aluminium-Materialmustern: pulverbeschichtetes Profil RAL 7024 und 9016, jeweils 30 × 30 cm. Sie sehen die Optik gegen Ihre Hauswand. Wir besprechen die Pflegerealität ehrlich — wenn Holz für Ihren Stil passt, sagen wir das auch.

Aufmaß kostet nichts. Materialmuster mitbringen kostet nichts. Falsche Entscheidung in 10 Jahren kostet 3.500–5.800 €.

Die Materialfrage ist eine 25-Jahres-Frage. Lohnt sich, 30 Minuten in Aufmaß und Beratung zu investieren.

Aluminium oder Holz? Welches Material für die Terrassenüberdachung wirklich besser ist — ProMont Alu